„Lasst uns einfach arbeiten!“

Eine große Veranstaltung geht am 25. und 26. September in Innsbruck und in Hall über die Bühne: die Bundestagung der Jungen Wirtschaft. Mario Eckmaier ist als Tiroler Landesvorsitzender der Hausherr und rechnet mit kräftigen Impulsen für die Tiroler Jungunternehmerszene.

Foto: Michael Riedler
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err Eckmaier, was bedeutet die Bundestagung für Tirol? Mario Eckmaier: Tirol wird zwei Tage lang das österreichische Zentrum des Unternehmergeists werden. Wir haben gescheite, erfahrene und spannende Persönlichkeiten als Vortragende: Jochen Schweizer etwa, der es vom Stuntman zum Unternehmer gebracht hat, oder Prof. Fredmund Malik. Wir haben Tiroler Unternehmer wie Maria und Balthasar Hauser, Martha Schultz oder Maximilian Riedel. Und zum Zweiten bietet die Veranstaltung eine großartige Möglichkeit zum Netzwerken. Wir sind drauf und dran, mit mehr als 1.000 Teilnehmern die bisher größte Bundestagung zu veranstalten. Das lassen die Vorbuchungen vermuten. Ich bin mir sicher, die Veranstaltung wird jungen Unternehmen tolle Impulse bieten und sie auch motivieren, in Tirol zu bleiben.

 

Besteht denn die Gefahr, dass viele Jungunternehmer oder Gründungswillige abwandern? Es gibt für junge Menschen, die mit einer Idee schwanger gehen, durchaus Unterstützung in Tirol, aber es ist noch Luft nach oben. Es gibt wirklich viele kluge Köpfe, auch an der Universität oder an Fachhochschulen. Die stoßen aber oft auf ein Klima, in dem es heißt: Sei doch nicht verrückt, lass dich doch nicht in die Selbstständigkeit drängen! Und es gibt das Vorurteil, dass man ein Unternehmen besser woanders gründet, wo mehr los ist als in Tirol. Das ist gefährlich. Denn das hat mittelfristig fatale Konsequenzen für den Wirtschaftsstandort Tirol.

„Ich bin mir sicher, die Veranstaltung wird jungen 
Unternehmen tolle Impulse bieten.“

Mario Eckmaier, Landesvorsitzender der Jungen Wirtschaft Tirol

Was müsste sich an den Rahmenbedingungen für Jungunternehmer ändern, damit die Firmengründerfreude erhalten bleibt? Es gibt zwei große Anliegen. Das eine ist die Bürokratie. Viele Gründer sagen: „Um Gottes Willen, wie viele Prügel wirft man mir denn vor die Füße! Soll ich mir das wirklich antun?“ Da kommt eine Lawine an Vorschriften und Rechtsnormen auf die Leute zu, die viele abschreckt. Und das Zweite ist der Unternehmergeist: Wir schauen immer neidvoll ins Silicon Valley, in die dynamische israelische Gründerszene oder nach Großbritannien. So eine Aufbruchstimmung braucht es auch bei uns.

Glauben Sie, dass die Bundestagung hier etwas bewegen kann? Ja. Was uns freut, ist, dass Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl dabei sein wird, der Tiroler Kammerpräsident Jürgen Bodenseer, Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf, Staatssekretär Harald Mahrer. Da wird es einen regen Gedankenaustausch geben. Unser Appell ist: Wir wollen keine großartigen zusätzlichen Förderungen, aber: Lasst uns einfach arbeiten!

Vielen Dank für das Gespräch.



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